Die Symptome einer Schwangerschaftsvergiftung

Es gibt ein ganzes Bündel von Symptomen, das auf eine Schwangerschaftsvergiftung hinweisen kann. Oft entwickelt eine Frau nur einige von ihnen. Grundsätzlich sind viele Beschwerden besonders gut behandelbar, wenn die Schwangere möglichst schon bei den ersten Anzeichen eine gezielte Therapie erhält. Aus diesem Grund fragt der Gynäkologe bei den Untersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge und ganz besonders in den letzten Wochen vor der Geburt nach Symptomen, die auf eine Gestose hinweisen können.

Blick auf den Blutdruck

Mit der Hypertonie als Leitsymptom der Gestose ist die regelmäßige Blutdruckmessung Pflicht in der Schwangerschaft. Als Grenze gilt ein Blutdruck von 140:90. Werte, die darüber liegen, werden engmaschig kontrolliert und in vielen Fällen therapiert.

Urinkontrolle

Hinweis auf eine Gestose kann es sein, wenn die Urinmenge einer Frau trotz regelmäßiger und konstanter Flüssigkeitsaufnahme sinkt. Wenn sich bei einer Kontrolle des Sammelurins über 24 Stunden zudem mehr als 300 mg Eiweiß im Harn befinden, spricht man von der Proteinurie, die zu den wichtigsten Symptomen zählt, an denen man die Gestose erkennen kann. Wichtig: Bei Auffälligkeiten im Bereich des Urins muss immer auch an eine schwangerschaftsbedingte Störung der Nierenfunktion gedacht werden!

Dicke Hände und Füße?

Auf solche Schwellungen sollte man ein Auge haben. Die sogenannten Ödeme, Wasseransammlungen im Gewebe vor allem der unteren Extremitäten, treten besonders in den Wochen vor der Entbindung häufig auf. Sie sind ein mögliches Anzeichen für erhöhten Blutdruck oder eine Nierenfunktionsstörung. Da die Ödeme jedoch auch in völlig normal verlaufenden Schwangerschaften auftreten, haben sie häufig nur in Verbindung mit Hypertonie oder erhöhten Eiweißwerten im Urin einen Hinweischarakter auf Gestose.

Auf die Waage!

Die Gewichtskontrolle beim Frauenarzt und zu Hause ist auch im Hinblick auf die Gestose wichtig. Eine plötzliche Zunahme von über einem Kilogramm in der Woche muss abgeklärt werden. Sie kann ebenfalls ein Indiz für eine Schwangerschaftsvergiftung sein.

Übelkeit und Erbrechen

Diese Symptome sind besonders in der Frühschwangerschaft – ausgelöst durch den HCG-Anstieg – nichts Ungewöhnliches. Treten sie verstärkt auf, muss der Arzt diagnostizieren, ob es sich um ein über die klassische Schwangerschaftsübelkeit hinausgehendes Krankheitsbild der Frühgestose handelt. Die Emesis gravidarum beschreibt hier einen mäßigen Verlauf, die Hyperemesis gravidarum ein extremes Krankheitsbild.

Neurologischer Symptomkomplex

Vorsicht für Mutter und Kind ist angesagt, wenn die Patientin über starke und nicht erklärbare Kopfschmerzen klagt, unter Sehstörungen oder Lichtempfindlichkeit leidet oder Schwindelgefühle äußert. Auch plötzliche Anfälle von Übelkeit und Erbrechen gehören zu diesem Symptomkomplex. In schweren Fällen kann es zu einer starken inneren Unruhe, zu Verwirrtheitszuständen, Krampfanfällen oder einer bis zum Koma gehenden Schläfrigkeit kommen. Diese Symptome weisen auf eine schwere Form der Schwangerschaftsvergiftung hin und bedürfen dringend einer häufig intensivmedizinischen Therapie.

Lebersymptome

Die Gestose und insbesondere das massive HELLP-Syndrom können einen negativen Einfluss auf die Leber haben. Mögliche Anzeichen für eine Beeinträchtigung der Leber sind neben Übelkeit und Erbrechen eine Gelbfärbung der Haut, Druck oder Schmerzen im rechten Oberbach, Schwindel und Unterzuckerung.

Wichtig: Nur der Arzt kann zwischen normalen Schwangerschaftsbeschwerden und einer mitunter ernsten Erkrankung unterscheiden. “Kind und Mutter schützen” lautet die Devise, die bei unklaren gesundheitlichen Problemen lieber einen Arztbesuch zu viel als zu wenig fordert.