Bis auf kleinere Probleme wie Übelkeit oder Rückenschmerzen sind die neun Monate einer Schwangerschaft von der Vorfreude auf den Nachwuchs geprägt. Dennoch gibt es auch Komplikationen wie die Schwangerschaftsvergiftung. Der folgende Überblick zeigt Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten auf.

Schwangerschaftsvergiftung – was ist das eigentlich genau?

Die wichtigste Nachricht gleich zu Beginn: Auch wenn die Bezeichnung absolut irreführend ist – es handelt sich bei dieser Erkrankung um keine Vergiftung des Körpers im eigentlichen Sinne. Der Begriff stammt aus früheren Zeiten, in denen man für die typischen Symptome dieses Schwangerschaftsleidens eine körpereigene Vergiftung als Ursache im Verdacht hatte. Heute ist die Bezeichnung aufgrund der langen Gewohnheit in der umgangssprachlichen Verwendung einfach geblieben.

Gestose als Sammelbegriff

Medizinisch korrekt wird für die alte Bezeichnung der Schwangerschaftsvergiftung der Fachausdruck der Gestose verwendet. Unter diesem Überbegriff werden alle typischen Erkrankungen zusammengefasst, von denen eine Schwangere betroffen sein kann. Oft gibt es einen fließenden Übergang in der Beurteilung der einzelnen Beschwerden: So hat die klassische Morgenübelkeit der werdenden Mama in der Frühschwangerschaft in der Regel keinen Krankheitswert, während die extreme Form mit massivem und schwer stillbarem Erbrechen (Hyperemesis gravidarum) als Krankheit gilt und damit in den Bereich der Gestose beziehungsweise “Schwangerschaftsvergiftung” fällt.

Früh- und Spätgestosen

Je nachdem, in welchem Stadium der Schwangerschaft die ersten Anzeichen einer Gestose auftreten, wird die Gestose in ihren Erkrankungsformen noch einmal unterteilt.

Bei der Frühgestose handelt es sich meist um Übelkeit mit Erbrechen. Je nachdem, ob diese Symptome mäßig oder sehr massiv ausgeprägt sind, spricht man von der Emesis gravidarum beziehungsweise Hyperemesis gravidarum. In vielen Fällen treten diese Krankheitsbilder in der Frühschwangerschaft beziehungsweise im ersten Drittel auf. Das zweite Schwangerschaftsdrittel ist bei vielen Frauen dagegen der Zeitraum, der die wenigsten Beschwerden macht.

Bei den Spätgestosen handelt es sich um Krankheitsbilder, die in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft, oft auch erst im letzten Drittel kurz vor dem errechneten Termin für die Entbindung auftreten. Eine für diesen Zeitraum charakteristische Erkrankung ist die Präklampsie, die für die Patientin vor allem aufgrund des entstehenden hohen Blutdrucks problematisch werden kann. Ist ein Bluthochdruck bereits vor der Schwangerschaft bekannt gewesen und wird durch diese nun verstärkt, spricht man durch das Aufpropfen der Symptome von einer Propfgestose. Die schwere Verlaufsform der Präklampsie wird als Eklampsie bezeichnet und gehört rasch in medizinische Behandlung. Das gilt auch für das HELLP-Syndrom, das sich innerhalb kürzester Zeit entwickeln kann und mit mitunter schweren Störungen der Funktion der Leber einhergeht. Auch hier ist rasche ärztliche Therapie nötig.

Die Spätgestosen sind nicht selten auch unter dem Begriff EPH-Gestosen zu finden. Die Kombination EPH fasst dabei die Anfangsbuchstaben der drei Hauptsymptome zusammen: E steht für die englische Bezeichnung “edema” von Ödem, P bezeichnet die Proteinurie (zu viel Eiweiß im Urin) und H kennzeichnet den Bluthochdruck (Hypertonie). Gebräuchlicher ist allerdings die Bezeichnung Spätgestose – schon allein, um die betroffenen Frauen nicht in die Irre zu führen oder unnötige Sorgen auszulösen. Denn zum Beispiel Ödeme kommen auch bei völlig normal verlaufenden Schwangerschaften vor und sind kein sicheres Anzeichen einer Spätgestose.

Alle Krankheitsbilder der Gestose werden in den nächsten Abschnitten ausführlich behandelt. Wichtig: Diese Informationen können und dürfen einen Arztbesuch nicht ersetzen. Bei allen Beschwerden, die stark sind, unklar sind, plötzlich auftreten, stärker werden oder dauerhaft bestehen, muss die Schwangere zur ihrer Sicherheit und der des Kindes den Arzt aufsuchen.

Wie entsteht eine Schwangerschaftsvergiftung?

Die Schwangerschaftsvergiftung – heute Gestose – kam zu ihrem irreführenden Namen, weil man früher vermutete, der Körper der Patientin würde sich im Lauf einer unnormal ablaufenden Schwangerschaft selbst vergiften, indem er schädliche Stoffe in den Blutkreislauf ausschüttet. Doch auch wenn man heute weiß, dass dies zum Glück nicht der Fall ist – die tatsächlichen Ursachen für die verschiedenen, unter dem Begriff der Gestose zusammengefassten Krankheitsbilder sind immer noch nicht hinreichend geklärt.

Grundsätzlich gehen Experten davon aus, dass die Gestose eine Reaktion des Körpers auf die verstärkten Belastungen ist, die durch eine Schwangerschaft entstehen. Es wird aus diesem Grund für das vielseitige und von Frau und Frau verschiedene Beschwerdebild der Gestose keine Hauptursache gesehen. Vielmehr vermuten die Mediziner ein ganzes Bündel von Ursachen, die in Zusammenhang mit den Symptomen der Schwangerschaftsvergiftung gesehen werden.

Präklampsie und Eklampsie – was ist das?

Beide Erkrankungen kommen in der Regel erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte beziehungsweise ihrem letzten Drittel zum Tragen und werden damit zu den Spätgestosen gezählt. In vielen Fällen gilt: Je früher im Verlauf der Gravidität die ersten Beschwerden auftauchen, umso ernster könnte sich das Krankheitsbild entwickeln. Für die Betreuung durch den Gynäkologen hat das vor allen Dingen zwei Konsequenzen: Zum einen gilt es – auch in Zusammenarbeit mit der Patientin und ihren Schilderungen – Anzeichen für eine Spätgestose so früh wie möglich zu erkennen. Zum anderen sind beim Diagnostizieren der Gestose eine umgehende Behandlung und eine engmaschige Kontrolle wichtig für Gebärende und den erwarteten Nachwuchs.

Präklampsie – drei Hauptsymptome

Der erhöhte Blutdruck, die Bildung von Ödemen und ein überhöhter Eiweißspiegel im Urin sind typisch für die Präklampsie und müssen eingehend beobachtet werden. Dennoch ist nicht jede Frau mit diesem Symptomkomplex tatsächlich von Präklampsie betroffen: Ein gelegentlich (in Maßen) erhöhter Blutdruck sowie Schwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen sind – vor allem in den letzten Wochen vor der Entbindung – auch bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf nicht untypisch. Blutdruck und Eiweißgehalt im Urin werden ohnehin in den regelmäßigen Untersuchungen der Schwangerschaftsvorsorge beim Frauenarzt überwacht. Ödeme kann die Frau auch mit eigener Blickdiagnose feststellen und den Arzt davon in Kenntnis setzen. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für alle anderen Anzeichen, die rund um die Präklampsie auftreten können. Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel, Unruhe oder Schläfrigkeit sowie eine plötzliche massive Gewichtszunahme sind ebenfalls Warnhinweise im Hinblick auf das Krankheitsbild. Generell sollte eine Frau auch bei allen anderen Beschwerden, die sie nicht einordnen kann oder die ihr Sorge bereiten, den Gynäkologen oder Hausarzt aufsuchen.

Eine Krankheit – viele Auswirkungen

Die Präklampsie ist vor allem aufgrund ihrer weitreichenden Folgen möglichst rasch zu diagnostizieren und zu behandeln. Sie kann über Hirnödeme und Blutungen das Zentralnervensystem schädigen oder über den zu hohen Blutdruck eine Herzschwäche oder ein Lungenödem verursachen. Neben negativen Einflüssen auf die Funktion von Nieren und Leber sowie auf die Blutgerinnung ist über eine mögliche Plazentainsuffizienz auch das Baby gefährdet.

Eklampsie – eine lebensgefährliche Komplikation

Für Frau und Baby entsteht eine bedrohliche Situation, wenn sich das Krankheitsbild der Präklampsie zur schwerwiegenden Eklampsie ausweitet. Der schwere Verlauf der Spätgestose ist dadurch gekennzeichnet, dass neurologische Symptome auftreten oder sich im Vergleich zur Präklampsie deutlich verstärken.

Verursacht beispielsweise der stark und dauerhaft erhöhte Blutdruck bei der Patientin auch einen erhöhten Hirndruck, kann dies zu Ödemen im Gehirn und zu kleinen Blutungen kommen. Anzeichen hierfür können Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Übelkeit sein. Auch wenn Symptome wie Übelkeit in der Schwangerschaft oft keinen Krankheitswert besitzen, müssen starke und plötzlich auftretende Beschwerden, insbesondere in Kombination und auf dem Boden einer bereits bestehenden Präklampsie, unbedingt schnellstmöglich abgeklärt werden. Der Grund liegt darin, eine gefürchtete Komplikation rasch zu erkennen, gegebenenfalls zu vermeiden oder zumindest frühzeitig zu behandeln: Die Eklampsie kann nach anfänglichen starken Kopfschmerzen und einem Flimmern vor den Augen in einen lebensbedrohlichen Krampfanfall münden. Auch der Eintritt einer Thrombose, eine Schädigung der Netzhaut des Auges oder massive Einschränkungen der Nierenfunktion gehören zu den gefährlichen Komplikationen, die es tunlichst zu vermeiden gilt. Wichtig: Bei unklarem Unwohlsein sollte zur Sicherheit immer eine ärztliche Abklärung erfolgen!

Schwangerschaftsvergiftung Behandlung – Was hilft wirklich?

Das Wichtigste an dieser Stelle gleich zu Beginn: Die Gestose handelt sich um ein ernstzunehmendes Krankheitsbild, das rechtzeitig vom Arzt diagnostiziert und behandelt werden muss, um Schäden für die Patientin und ihr Baby zu vermeiden. Je früher eine Gestose erkannt wird, umso effektiver kann sie oft behandelt werden.

Blutdruck senken

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist es, den nach oben entgleisten Blutdruck möglichst schonend wieder auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Bei einer leichten Gestose ist hier die körperliche Erholung durch verordnete Bettruhe in Verbindung mit einer nervlichen Schonung ein probates Mittel. Ein wichtiger Baustein in der Behandlung der Schwangerschaftsvergiftung ist auch die ausgewogene Ernährung, bei der auf eine ausreichende Zufuhr von Kalorien, aber auch von Eiweiß und Salz geachtet werden soll, um die natürlichen Stoffwechselvorgänge zu stabilisieren und dem erhöhten Bedarf durch die Schwangerschaft gerecht zu werden. Wichtig: Entwässernde Tees, die die Frauen aufgrund von Ödemen gerne trinken, sollten bei erhöhtem Blutdruck sofort aus dem Ernährungsplan gestrichen werden.

Die Nachricht des Arztes, dass eine sanfte Therapie mit Blutdrucksenkern angezeigt ist, nehmen manche Frauen mit sehr gemischten Gefühlen auf. Sie verzichten ja bewusst während der Schwangerschaft auf möglicherweise schädliche Stoffe und haben Angst, dass diese Medikamente auf die Entwicklung des Nachwuchses einen negativen Einfluss haben könnten. Hier ist kompetente und einfühlsame Aufklärung durch den Arzt wichtig: Zum einen haben die vom Arzt ausgewählten Medikamente keine schädliche Wirkung auf den kommenden Erdenbürger, zum anderen wäre gerade eine durch stark erhöhten Blutdruck ausgelöste Komplikation eine unter Umständen ernsthafte Gefahr für die Frau und ihren Nachwuchs.

Wichtige Kontrollen

Steigt der Blutdruck trotz allen Verhaltensänderungen und medikamentösen Versuchen an und überschreitet einen Wert von etwa 150:90 wird die Frau in der Regel stationär weiterbehandelt. Dies dient der konsequenten Verabreichung von effektiveren Blutdruckmedikamenten und einer engmaschigen Kontrolle, mit der vor allem auch die gefürchteten Gestosen von Eklampsie und HELLP-Syndrom möglichst vermieden beziehungsweise rasch adäquat behandelt werden können. Zu den regelmäßigen Kontrollen gehört insbesondere die Urinüberwachung mithilfe eines Katheters und regelmäßige CTGs, die überprüfen, ob es dem Ungeborenen noch gut geht. Gerade die Blutdruckeinstellung kann in stationärem Rahmen häufig besonders effektiv gestaltet werden. Zum einen deshalb, weil für die wichtige Ruhe, die die Frau braucht, in einer Klinik oft besser gesorgt werden kann als zu Hause. Zum anderen ist durch die ständige Überwachung auch ein zu niedriger Blutdruck vermeidbar. Auch dieser ist nämlich gefährlich, da er zu einer gefährlichen Minderversorgung des Ungeborenen führen kann.

Während eines Krankenhausaufenthalts können unter kontinuierlicher Überwachung auch weitere Medikamente gegeben werden, die sich an den individuellen Werten beziehungsweise Symptomen der Frau orientieren. Dazu zählen Medikamente gegen Übelkeit oder Durchfall, Gerinnungshemmer beim HELLP-Syndrom oder auch Valium, um die Gefahr von Krampfanfällen zu reduzieren oder eine sehr aufgeregte Patientin zu beruhigen.

Sind die vorherrschenden Symptome trotz aller medizinsichen Bemühungen nicht beherrschbar, entscheiden sich die Ärzte unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko unter Umständen für einen Kaiserschnitt.

Schwangerschaftsvergiftung – welche Folgen sind möglich?

Grundsätzlich muss man bei dem frühen Eintritt einer Gestose mit einem unter Umständen schwereren Verlauf rechnen. Zu den gefährlichen Komplikationen gehören die Eklampsie sowie das HELLP-Syndrom. Auch das Ungeborene kann von den Gestosen betroffen sein – im schlimmsten Fall durch eine Plazentainsuffizienz oder eine Minderversorgung durch zu niedrigen Blutdruck sogar in eine lebensbedrohliche Situation geraten.

Viele von Schwangerschaftsvergiftung betroffene Frauen möchten von ihrem Arzt wissen, welche Konsequenzen die Gestose für sie und das Neugeborene in der Zeit nach der Entbindung hat. Eine individuelle Antwort auf diese Frage kann selbstverständlich nur für den Einzelfall und von den behandelnden Ärzten gegeben werden.

Eine erfolgreich behandelte Gestose hat in den meisten Fällen keine weitere Auswirkung auf den Gesundheitszustand von Mutter und Neugeborenem. Selbst das akute HELLP-Syndrom bildet sich wenige Tage nach der Entbindung meist vollständig und komplikationslos zurück. Bei schweren Verläufen ist allerdings die Sterblichkeit unter den Neugeborenen deutlich erhöht, weshalb man sich in kritischen Fällen lieber für einen Kaiserschnitt entscheidet, um kein Risiko einzugehen.

Ein wichtiger Indikator für mögliche Folgen nach der Geburt ist der Blutdruck der Patientin. Ist dieser besonders hoch oder nur schwer einzustellen, steigt auch das Risiko von Folgeschäden. Für das Heranwachsende ist dabei übrigens sowohl ein zu hoher als auch der zu niedrig eingestellte Blutdruck gefährlich: Eine Hypertonie kann die Blutgefäße des Mutterkuchens, über den das Kleine ernährt wird, schädigen und auf diese Weise – wie auch die Hypotonie – zu einer gefährlichen Unterversorgung beitragen, die auch nach der Entbindung noch ihre Spuren zeigt.

Die Präklampsie kann nach der Geburt darüber hinaus auch Veränderungen im Blutbild des Säuglings bewirken: Zu kontrollieren ist beispielsweise, ob eine Anämie (Blutarmut), ein Mangel an Blutplättchen oder eine Verringerung der Granulozyten vorliegt. Meist sind diese Folgen jedoch gut behandelbar.

Spätfolgen bei der Gebärenden hängen vielfach davon ab, in welchen Ausmaß eine Gestose die Organe in Mitleidenschaft gezogen hat. So muss engmaschig kontrolliert werden, ob sich bei der Frau eine gestörte Funktion von Leber und Niere wieder einpendelt, ein entgleister Blutdruck normalisiert und neurologische Symptome durch ein Hirnödem oder einen Krampfanfall wieder verschwinden.

Dies sind jedoch Folgeschäden, die nur bei schweren Verläufen oder zu spätem Einsetzen der Therapie relevant werden können. In den meisten Fällen ist eine Gestose – vor allem dann, wenn sie frühzeitig erkannt wurde – gut behandelbar und mit keinen negativen Wirkungen nach der Entbindung verknüpft.

Kann man einer Schwangerschaftsvergiftung vorbeugen?

Gerade Frauen. die nach einer Gestose eine erneute Schwangerschaft planen, stellen sich und ihrem Arzt die Frage nach effektiven Vorbeugemaßnahmen. Natürlich kann eine Schwangerschaftsvergiftung durch Vorsorge nicht komplett ausgeschlossen werden – vor allem dann, wenn eine genetische Veranlagung dazu besteht, sie zu entwickeln. Dennoch gibt es einige hilfreiche Möglichkeiten, die eine Gestose vermeiden oder zumindest im ungefährlichen Rahmen halten können.

Check-up vor der Schwangerschaft

Bei geplanten Schwangerschaften macht es Sinn, sich vorab körperlich untersuchen zu lassen und den Arzt dabei auch auf den geplanten Familienzuwachs hinzuweisen. Er kann wesentliche Faktoren wie den Blutdruck, das Herz-Kreislauf-System oder die Leber- und Nierenfunktion überprüfen und nach Risikofaktoren für eine Gestose kontrollieren. Mögliche Erkrankungen können so im Vorfeld beseitigt oder medikamentös optimal eingestellt werden. Eine wichtige Rolle neben einem normalen Blutdruck spielt in diesem Zusammenhang auch das Übergewicht: Je näher die Frau ihrem persönlichen Normalgewicht ist, umso besser!

Risikofaktoren kennen

Neben der Hypertonie und einer eventuellen Nierenerkrankung ist auch ein Diabetes mellitus einer der Risikofaktoren für das Auftreten einer Gestose. Der Blutzuckerspiegel sollte also immer ganz genau kontrolliert werden und – wie ein zu hoher Blutdruck – gut eingestellt sein. Über Vorerkrankungen hinaus weiß man, dass auch das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung bei Erstgebärenden etwas höher ist. Auch Frauen, die früh- oder spätgebärend sind, eine Risikoschwangerschaft austragen oder bereits in einer früheren Gravidität an Präklamsie erkrankt waren, haben eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit auf den Eintritt einer Schwangerschaftsvergiftung und müssen besonders gut überwacht werden.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen nutzen

Das konsequente Wahrnehmen der Schwangerschaftsvorsorge ist eine wichtige Voraussetzung für das rechtzeitige Erkennen und Behandeln einer Präklampsie oder ihrer schweren Verlaufsformen. Nicht immer ist bei einer Frau, die sich rundum wohlfühlt, auch wirklich immer alles in Ordnung. In den meisten Fällen ist das sicherlich der Fall – ein erhöhter Eiweißgehalt im Urin, eine Veränderung im Blutbild oder ein zu hoher Blutdruck sind jedoch oft nicht symptomatisch und können vom Arzt mit einfachen Untersuchungen festgestellt und rechtzeitig behandelt werden.

Auf den Lebenswandel achten

Gerade im Hinblick auf den idealen Blutdruck kann eine Frau eine Menge durch ein gesundheitsbewusstes Verhalten beitragen. Das beginnt bei einer ausreichenden Schonung und genügend Schlaf und geht über die konsequente Reduzierung von Stressfaktoren bis zu einer gesunden Bewegung und bewusster Ernährung. Der Verzicht auf Genussmittel ist selbstverständlich.

Medikamente zuverlässig einnehmen

In vielen Fällen ist eine Schwangerschaft ohne die Einnahme von Arzneimitteln möglich. Bei Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder bei einer festgestellten Hypertonie müssen die vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig eingenommen werden.

Bei Beschwerden – ab zum Arzt!

Für eine Frau – selbst dann, wenn es sich nicht um eine Erstgebärende handelt – ist es oft nicht möglich, ein harmloses schwangerschaftsbedingtes Wehwehchen oder einen kleinen Infekt von einer beginnenden Gestose zu unterscheiden. Vor allem unklare oder plötzlich auftretende Beschwerden bedürfen einer möglichst raschen ärztlichen Abklärung oder sollten zumindest der betreuenden Hebamme mitgeteilt werden.

Liegt bereits ein erhöhter Blutdruck vor, sind hinzukommende Symptome – ganz gleich, ob sie dem neurologischen oder dem internistischen Bereich zuzuordnen sind – immer ein Grund, einen Arzt zu konsultieren. Vor allem die schwerwiegenden Verlaufsformen der Gestose wie die Eklampsie oder das HELLP-Syndrom mit ihren gefährlichen Komplikationen müssen rasch erkannt und therapiert werden.